Friller Tracht



IMG_9037 Bindken der Frauenmütze


Die so genannte Triller Tracht wurde in zwei Kirchspielen östlich von Minden getragen:

Kirchspiel Frille (preußisch und bückeburgisch Frille, Leteln, Aminghausen, Päpinghausen, Wietersheim, Cammer)
Kirchspiel Dankersen (Dankersen mit dem Ortsteil Hasenkamp)

Das Verbreitungsgebiet der Friller Tracht ist außerordentlich klein und umfasst nur 7 Dörfer. Von den Volkskundlern wurde die Friller Tracht zu den Schaumburger Trachten gerechnet, was zweifellos richtig ist. Trotzdem setzt sich die Kleidung dieser Dörfer sehr deutlich von der benachbarten Bückeburger Tracht ab, was im verstärkten Maße für die Tracht der Frauen und Mädchen zutrifft.

Auffallend an der Friller Tracht ist der Einfluß der Empirezeit des frühen 19. Jahrhunderts, der in der Tracht bis ins 20. Jahrhundert fortbestanden hat. In der Kleidung der Männer und Frauen äußert sich das in der extrem hohen Taille in der Kleidung, die kurz unter den Armen sitzt und der Tracht ein sehr eigenes Aussehen verleiht.

Die Kleidung der Männer wird von der kurzen bunten Samtweste mit den vielen umsponnenen Knöpfen und dem weißen Leinenkittel mit dem roten Wollfutter beherrscht. Die Frauenkleidung fällt auch durch die hohe Taille auf und den roten Wollrock mit dem blauen Saumband. Zum Abendmahl und zur Volltrauer werden schwarze Röcke getragen, wobei der Rock der Männer auch ein rotes Futter hat.


© für alle Fotos: Jürgen Sturma, Minden